Pflege mit Herz und Verstand

......, denn Pflege braucht Vertrauen!

Antrag

Von der Antragstellung bis zur Begutachtung

Leistungen der Pflegeversicherung gibt es nur auf Antrag. Vom Pflegebedürftigen selbst, seinem gesetzlichen Vertreter oder seinem Bevollmächtigten ist der Antrag an die zuständige Pflegekasse zu richten.

 

Daraufhin wird von der Pflegekasse der "Medizinische Dienst der Krankenversicherungen" (MDK) beauftragt, in einem Gutachten die Pflegebedürftigkeit und den Pflegegrad festzustellen. Wird Pflegegeld beantragt, muss auch geprüft werden, ob die häusliche Pflege in geeigneter Weise sichergestellt ist.

 

Es bestehen gesetzlich vorgeschriebene Mitwirkungspflichten des Antragstellers. Pflegebedürftige müssen der Pflegekasse alle erforderlichen Unterlagen überlassen. Nach vorheriger Anmeldung wird auch der gesetzlich vorgeschriebene Hausbesuch des MDK durchgeführt. Dieser führt eine Begutachtung in den eigenen vier Wänden durch. Dabei wird festgestellt, welcher Hilfebedarf notwendig ist, wie Hilfe durchgeführt werden kann und welche Möglichkeiten der Rehabilitation bestehen.

 

Die Entscheidung, ob und in welchem Grad der Antragsteller als pflegebedürftig eingestuft wird, trifft die Pflegekasse. Dem Antragsteller geht dann der Einstufungs- bzw. Leistungsbescheid anschliessend zu. Wer mit der Entscheidung durch die Pflegekasse nicht einverstanden ist und sich falsch beurteilt fühlt, kann gegen diesen Bescheid Widerspruch einlegen.

 

Neueinstufung - wenn sich die Pflegebedürftigkeit ändert

Bei dem einmal zugesprochenen Pflegegrad muss es nicht bleiben. Jederzeit kann eine Höherstufung beantragt werden, wenn sich der Gesundheitszustand zwischenzeitlich verschlechtert hat. Wird die Höherstufung beantragt kommt es zum gleichen Verfahren wie bei der Neubeantragung. Auch dann prüft wieder der MDK. Dabei besteht die Möglichkeit, das der Gutachter zur der Einschätzung kommen kann, dass sich die Situation verbessert hat. Eine Herabstufung ist die Folge. Bevor dieser Antrag gestellt wird, sollten Sie sich vorher beraten lassen und über einen Zeitraum ein sogenanntes "Pflegetagebuch" führen, wie sich der Pflegebedarf verändert hat.

Pflegegrade bestimmen die Leistungshöhe

Die Höhe der Leistungen der Pflegeversicherung richtet sich nach den fünf Pflegegraden. Dabei spielt die Art, Häufigkeit und Dauer der täglich benötigten Hilfe eine Rolle, in welche ein Pflegebedürftiger eingestuft wird. Hinsichtlich der Dauer ist von Bedeutung, wieviel Zeit ein Familienangehöriger oder eine nichtprofessionelle Pflegeperson für die Grundpflege, hauswirtschaftliche Versorgung und pflegeunterstützende Tätigkeiten benötigt, damit die Versorgung zu Hause sichergestellt ist. Der zeitliche Aufwand kann von Tag zu Tag schwanken. Es zählt die mittlere Pflegezeit pro Tag, die sich über eine längere Zeitspanne erstreckt. Geringfügig oder nur kurzzeitig notwendiger Hilfebedarf führt nicht zur Anerkennung der Pflegebedürftigkeit. Gleiches gilt, wenn nur bei der hauswirtschaftlichen Versorgung Hilfe benötigt wird.

Für die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit und die Einordnung in einen Pflegegrad ist von Bedeutung: Der tägliche erforderliche pflegerische Hilfebedarf bei der Körperpflege, Mobilität und Ernährung muss anteilmässig immer höher sein als die hauswirtschaftliche Hilfe, wobei letztere lediglich mehrfach in der Woche anfallen muss.

 

Wer gilt als pflegebedürftig?

6 Begutachtungskriterien

- MOBILIÄT - z.B. Fortbewegung in der Wohnung, Treppensteigen

- KOGNITIVE & KOMMUNIKATIVE FÄHIGKEITEN - z.B. zeitliche / örtliche Orientierung

- VERHALTENSWEISEN und PSYCHISCHE PROBLEME - z.B. nächtliche Unruhe, autoaggressives Verhalten

- SELBSTVERSORGUNG - z.B. Körperpflege, Ernährung

- UMGANG mit der KRANKHEIT - z.B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung

- GESTALTUNG des ALLTAGSLEBENS - z.B. Gestaltung des Tagesablaufs, soziale Kontakte

 

Anleitung: der Pflegebedürftige verfügt über die notwendigen motorischen Fähigkeiten zur Verrichtung einer Tätigkeit, benötigt aber mündliche Anweisungen, um Sie zu Ende zu führen.

Beaufsichtigung: der Pflegebedürftige kann die Tätigkeit selbständig durchführen, muss aber zur Vermeidung einer Eigen- und Fremdgefährdung dabei beaufsichtigt werden.

 

Pflegegeld

Die Leistungen umfassen für zu Hause lebende Pflegebedürftige vor allem Pflegegeld und (oder) sogenannte Sachleistungen. Dabei geht es um ambulante Dienstleistungen. Jeder der die Leistungen in Anspruch nehmen will, kann selbst darüber entscheiden, in welcher Form dies geschehen soll. Bei der Antragstellung muss angegeben werden, ob Sachleistungen, Geldleistungen oder beides gewünscht wird.